Kreuzwegandachten 2020

Eröffnung des Kreuzweges

 

(von Andreas Demmler)

Ganz am Anfang der Bibel wird etwas von der Erschaffung der Welt erzählt, von der Beziehung Gottes mit uns Menschen: Gott erschafft uns nach seinem Bild. Einzigartig sollen wir das Abbild Gottes sein „eikon“.

Er schenkt uns unser Leben aus Liebe und vertraut uns einen Auftrag an:

Mach etwas aus deinem Leben, sei schöpferisch, übernimm Verantwortung und bleib in meiner Liebe.

Die Realität ist jedoch schon seit Adam und Eva eine andere, wir trennen uns von der Liebe Gottes und dem Leben und werden zu Zerrbildern Gottes.

Psalm 48, 3-9
„ Schön ragt empor sein Gipfel, daran sich freut die ganze Welt, der Berg Zion fern im Norden, die Stadt des großen Königs. Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz. Denn siehe, Könige waren versammelt und miteinander herangezogen. Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davon gestürzt. Zittern hat sie daselbst gepackt, Angst wie eine Gebärende. Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten. Wie wir's gehört haben, so sehen wir's an der Stadt des Herrn Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich.

Jesus bleibt Abbild von Gott. Er vertraut seiner Liebe und gibt sich Gott hin. Er trägt diese Liebe weiter zu uns Menschen, durch seine Worte, durch Barmherzigkeit und Güte steht er zu dieser Liebe   über sein Kreuz hin zu seinem Tod.

(Bild „Unterwelt“- Zeitenwende. Jesus geht den Weg an den dunkelsten und tiefsten Ort der Unterwelt und trägt Gottes Liebe hinunter in diese Abgeschlossenheit und wieder hinauf mit uns Menschen in die Nähe Gottes in ein ewiges Leben)

Jesus überlässt uns nicht dem Corona- Virus. Er erinnert uns aber zuerst an unsere Angst. Heinz Bude spricht von einer „Rieselnden Angst. Sie steckt uns in den Knochen und lässt sich nicht einfach verdrängen sondern fordert uns heraus -erwachsen zu werden-. „ Diese Angst der Machtlosigkeit gilt es auszuhalten, wir haben sie selbst entwickelt durch unseren unmäßigen Lebensstil und erleben nun, wie in einem uns bekannten Thriller, wie wir nun die Macht über sie verlieren. Innerhalb weniger Tage legt sich der Kapitalismus selber still und schreit nach den alten abgelegten Mustern einer solidarischen Gesellschaft.

Jesus lädt uns ein, zu Gottes Liebe zurückzufinden. Erwachsen zu werden ! Erwachsene erkennen die Gefahr an und versuchen alles ihr entgegen zu wirken. Die Maßnahmen von Distanz sind so ein Versuch. Erwachsene suchen aber weiter nach dem Bild Gottes von uns Menschen, wie er uns gedacht hat und welches Vertrauen er in uns gesetzt hat. Erwachsene erneuern ihre Beziehung zu Jesus Christus und leben aufmerksam miteinander. Erwachsene kehren um !

Gebet: 
Mein Gott, mit meinem ganzen Leben bin ich hier, mit all meinen Gedanken und Gefühlen, meiner Hoffnung und meiner Freude, meinen Ängsten und meinen Fehlern. Öffne meine Sinne für die Begegnung mit Jesus und stärke meinen Verstand, um zu verstehen, was Er damals für uns getan hat. Herr, schenke mir ein Herz, das deine Liebe sieht.         Amen

Segen: 
Gott segne dich auf deinem Weg. Gott behüte dich und deinen Glauben. Gott lasse den Glanz seiner Liebe leuchten:          
In dir, für dich und durch ihn.        Amen